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Dekompression bei einem Thoracic outlet Syndrom, einem Karpaltunnel Sydrom und Radial Syndrom am Humerus

Die folgenden Videos zeigen sensationelle Aufnahmen der erwähnten Krankheitsbilder. Durchgeführt werden diese von Susanne Mackinnon, einer der weltweit führenden Neurochirurginnen.

 mackinnon susan

Die Neuauflage Ihrer Monographie „Nerve Surgery“ erscheint Ende Oktober.

 Nerve Surgery

Susanne Mackinnon hat mehrere Tutorials veröffentlicht. Das erste ist eine sehr übersichtliche Präsentation zum Thema „Kompressions-Neuropathien“ in welcher die häufigsten Pathologien  der obereren Extremität sowie deren Diagnostik vorgestellt werden. Völlig unbekannt war mir der ebenfalls vorgestellte Scratch Collapse Test, der fast magisch anmutet.

In diesem Beitrag wird auch auf die folgenden Videos Bezug genommen , die sich spezifisch mit den Operationstechniken der jeweiligen Pathologie beschäftigen. Alles in allem sehr empfehlenswert und sehr lehrreich.

 

 

Weitere interessante Informationen findet man auf der Website der Washington University in St. Louis

 

Washington University

Auf dieser Website findet sich auch eine sehr interessante Abbildung des gesamten Plexus brachialis.

 

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AP-Brachial-Plexus---IMG_5304---BW

 

Wer sich noch intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, dem sei dieses Buch empfohlen. Es scheint den aktuellen Stand des Wissens wieder zu geben, wobei die Physiotherapie deutlich zu kurz kommt. Ich habe das Buch über die Unibibliothek als E-Book heruntergeladen.

Thoracic outlet

Ballübung „Die Waage“ – Die Wirbelsäule als „Stange“

Als Hausaufgabe beim Thema Ballübungen sollte ich mich mit der Übung  „Die Waage“ genauer beschäftigen.

Ich habe mich gründlich mit dieser Übung auseinandergesetzt und bin zum Schluss gekommen, dass diese Übung für mich keine funktionelle Bedeutung hat.

Als Lernziele gemäss  1. Auflage soll

„ … die KLA reaktiv aus der Vertikalen nach vorne/hinten geneigt werden und bei der veränderten räumlichen Lage und Länge des Hebels die dorsale/ventrale Muskulatur ökonomisch eingesetzt werden.

In der aktuellen 5. Auflage werden folgende Lernziele beschrieben:  Der Übende soll lernen,

• die KLA reaktiv nach vorne/hinten zu neigen,
• die Wirbelsäule mit der Bauch- und Rückenmuskulatur dynamisch zu stabilisieren,
• die aufrechte Haltung in der 3. Lernphase automatisiert zu üben (dual Task)“

Ich habe mich gefragt, warum die KLA – oder der Oberkörper –  mit in annähernder Nullstellung stabilisierter WS überhaupt nach hinten geneigt werden soll? Warum soll man das üben, welchen praktischen Nutzen hat diese Übung?

  Die Waage

 

Denn bei dieser Übung müssen die normalen Gleichgewichtsreaktionen unterdrückt werden, die normalerweise über eine Flexionsbewegung der gesamten Wirbelsäule stattfinden.  Das nächste Bild zeigt den Test genau dieser Gleichgewichtsreaktion, demonstriert durch Frau B. Bobath. Würde die WS nicht flektiert, würde man mit gestrecktem Rücken nach hinten fallen.

Bobath

 

So wird bei der Spinnübung auch nicht verlangt, dass der ganze Oberkörper gestreckt zur Seite kippen soll, ohne dass Gleichgewichtsreaktionen durch Verschiebungen der Körpergewichte in Bezug zur Trennebene stattfinden sollen? Das Auslösen dieser GWR ist ja genau das Ziel dieser Übung.

 Spinnübung

 

Deswegen ist die Ballübung „die Waage“ für mich in höchstem Masse unfunktionell. Das feine Spiel der Gleichgewichstreaktionen wird künstlich verhindert und die Wirbelsäule wird in ihrer Funktion zur Stange degradiert. In meiner Hausarbeit zu diesem Thema habe ich noch anderer Gründe aufgeführt, die gegen diese Übung sprechen.

 PDF 2

Mich würde interessieren, wie Ihr darüber denkt und was mögliche Gründe für die Durchführung der Übung sein könnten.

PASTA – ABER – DASH – Schulter Akronyme

Im letzten Modul wurde uns von Niklaus im Rahmen seiner Schulter Präsentation eine Folie gezeigt, auf welcher verschiedene Akronyme aufgeführt waren. Akronyme sind Wörter, die sich aus den Anfangsbuchstaben anderer Wörter zusammensetzen.

Die Folie war mit „Babylon“ überschrieben, womit wohl auf den Begriff der sogenannten baylonischen Sprachverwirrung hätte hingewiesen werden sollen. Verwirrungen aber kann man entwirren, indem man die Bedeutungen der Begriffe entschlüsselt.

Aus diesem Grunde habe ich mich auf die Suche nach Erklärungen gemacht um herauszufinden, was diese Akronyme genau bedeuten. Ich habe bei Pubmed recherchiert und einen interessanten Artikel gefunden, in dem alle in der Schulterchiurgie verwendeten Akronyme aufgeführt, erklärt und thematisch strukturiert sind (Stand April 2011). Eine sehr schöne Übersicht.

 

PDF

The Journal of Arthroscopic and related Surgery

Vol 27, No 4 (April), 2011; pp 542-555

 

 

 

Buchvorstellung – Orthopaedic Clinical Examination

Im vergangenen Kurs war einmal mehr das Thema „Klinische Tests“ aktuell. Ich bin auch der Meinung, dass man nicht immer alles absulut eindeutig und zuverlässig testen kann.

Dennoch ist es wertvoll, sich mit diesem Thema zu befassen. Eines der einzigen Bücher, die ich kenne,  welches sich genau diesem Thema widmet, ist das Buch von Jushua Cleland, auf welches ich Euch an dieser Stelle hinweisen möchte. Illustriert mit den einmaligen Bildern von Frank Netter, werden zu allen Gelenkregionen die „Evidence-Based“ Tests vorgestellt und erläutert, die relevanten Studien tabellarisch aufgelistet und deren Sensitivität und Spezivität dargestellt.

Der Youtube Film ist selbsterklärend.

 

Fallbericht 3: Dezentrierung des Humeroscapular Gelenkes durch forcierte Stützfunktion?

Der folgende Fall ist besonders interessant. Es handelt sich dabei um einen mittlerweilen 87 – jährigen Patienten mit einer langen Krankengeschichte. Die wichtigsten Diagnosen sind:

  • St. n. Knie TEP links und rechts 1997
  • St. n. Hüft TEP Implantation rechts am 15.5.2008
  • Chronisches Rückenleiden mit/bei
    • St. n. 2maliger Diskektomie L4/L5 rechts 1986 und
    • L3/L4 links 1991
    • Spinalkanalstenose L3
    • St. n. Dekompression L2/L3, Hemilaminektomie L3 links und Fenestration L4/S1 links am 10.7.01
  • St. n. anteriorer Rectumresektion 11/2008
  • St. n. Faszienrevision bei Wundheilungsstörung 11/2008
  • St. n. Sepsis bei Cholezystitis mit offener Cholezystektomie 01/2009
  • St. n. Re-Laparatomie, Adhäsiolyse und Bauchwandplastik 19.5.2011
  • COPD
  • Arterielle Hypertonie
  • etc.

Alle diese Operationen haben dazu geführt, dass sich eine massive Schwäche/Parese der rechten Abduktoren entwickelte, welche zusammen mit der Flexionshaltung der LWS aufgrund der multiplen Wirbelsäulen- und Bauchoperationen (Narben) dazu führt, dass sich der Patient beim Gehen (Trendelenburg rechts) nach links – vorne stützen muss.

Auf dem nächsten Bild kann man sehen, wie er das macht. Das volle Gewicht des Oberkörpers wird auf dem linken Arm abgeleitet. Fast immer in einem solchen Falle, wird dabei der gesamte Schultergürtel hochgeschoben.

Herr W. STB rechts mit Stock

 

Artikulär bedeutet das, dass dabei der Humerus eine Schubkraft nach cranial und auch nach ventral erfährt, was zu einer „Dezentrierungstendenz“ in diesen Richtungen führt. Sehr stark beansprucht werden auch die beiden Claviculargelenke, das STG und das ACG.

Muskulär wird die ganze Stützmuskulatur beansprucht und mit der Zeit überbeansprucht.

Stützen

 Die relevante Muskulatur ist dabei

  • der Pectoralis major und minor
  • der Latissimus dorsi
  • der Trapezius pars ascendens
  • der Serratus anterior
  • der Trizeps caput longum
  • der Bizeps caput longum
  • die beiden Teres major und minor

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