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„Die Unruh“ beunruhigt – oder warum das Lernziel dieser Ballübung nur bedingt „reaktiv“ ist – Gedanken zum Actio-Reactio Prinzip

Im letzten Modul wurde die Ballübung „die Unruh“ vorgestellt. Mir war dabei nicht ganz klar, warum bei der ersten Form der Ball reaktiv zur Gegenseite des sich bewegenden Tentakelbeines rollt. Er rollte auch nicht reaktiv zur Gegenseite, als  ich die Bewegung mit der  Bedingung „Becken nicht von der Unterlage lösen“ ausführte. Diese Bedingung war zwar notwendig aber nicht hinreichend.

In der Folge habe ich diese Übung selber noch einmal genauer analysiert und gemerkt, dass die Reaktivität der Gegenbewegung nur unter einer ganz bestimmten Bedingung stattfinden kann. Diese ist physikalisch logisch.

Die Beschäftigung mit dieser Frage, führte mich einmal mehr zu den Originalarbeiten von SKV, die ich auf diese Weise meine noch gründlicher verstanden zu haben und einmal mehr zur Notwendigkeit der Präzission der Instruktion.

Die Grundlagen

Das eine Ziel der Ballübung „Die Unruh“ soll gemäss 1. Auflage des entsprechenden Buches von SKV “ ... die reactive, hubarme Mobilisation der Hüftgelenke in ABD/AR und ADD/IR sein …“

Dabei sind mit der „REACTIO“ die

spontanen Gleichgewichtsreaktionen gemeint, die durch die „ACTIO“ ausgelöst werden. Dabei  ist es gleichgültig, ob die Gleichgewichtsreaktion in Form einer Verlagerung der Unterstützungsfläche (USF) in der Bewegungsrichtung stattfindet und die dramatische Version eines Sturzes ökonomisch verhindert, oder in Form einer aktivierten passiven Widerlagerung (APW), die das Gleichgewicht durch aus der Bewegungsrichtung wirkendes Gewicht herstellt und daher verlangsamend auf das Tempo des Bewegungsablaufes wirkt.“

Zur Differenzierung der ACTIO und REACTIO werden CONDITIO  und LIMITATIO definiert.

„Mit CONDITIO sind die Bedingungen gemeint, die zu einer Differenzierung der ACTIO und REACTIO führen und erst das Spezifische eines Bewegungsablaufes in Erscheinung treten lassen. Mit LIMITATIO ist die Verwirklichung der CONDITIO gemeint, die zur Differenzierung der ACTIO und REACTIO führt.  Diese Begrenzungen vollziehen sich in Form von aktiven Widerlagerungen (AW), von Teilstabilisationen, durch Aufrechterhaltung eines Aktivitätszustandes im Sinne der Spiel-, Parkier- oder Stützfunktion, durch Bestimmungvon räumlichen Fixpunkten und durch die Determination der Veränderung der Unterstützungsfläche (USF).“

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Armpendel und Gangbild Oktober 2014

Nach dem Gangmodul im Mai stellte sich die Frage, welche Parameter des Ganges wie beeinflusst werden müssen, um was wo zu erreichen. Und ich mache immer wieder die Erfahrung, dass es spontan eine Veränderung im Bewegungsverhalten und/

oder in der Schmerzsymptomatik gibt, war die Intervention die Richtige.

Hier derselbe Patient zum Vergleich im Oktober. Die Spurbreite hat sich veringert, der frontotransversale Thoraxdurchmesser ist deutlich besser eingeordnet, es ist nur noch wenig Translation sichtbar, die Tendenz des Shifts nach rechts wird noch deutlich beim Wenden, wo er den linken Arm vom Körper weg schwingt, um den Thorax wieder einzuordnen.

Armpendel

Zum Thema wie kann ich Einfluss auf den Armpendel beim Patienten nehmen, möchte ich folgenden Patienten vorstellen.

Er kam im Mai 2014 zur Behandlung wegen einer Distorsion im Sprunggelenksbereich li., zugezogen beim Beach Volleyball. Beim Gangtest fiel mir u.a. sein komplett fehlender Armpendel rechts auf mit einer deutlichen Translation des Thorax nach rechts, bei Nachfrage gibt er an, mehrere Traumata im Schulterbereich gehabt zu haben, Therapie bisher MT. Weiterhin belastungsabhängige Schmerzen beim Sport. Leider ist die erste Aufnahme von vorne und hinten nicht mit nacktem Oberkörper gemacht, da ich sein Abrollverhalten sehen wollte. Die Intervention für den Armpendel war ca. 5 Minuten Aktivierung in der Trippelphase des klassischen VFSTs. Danach habe ich ihn sofort wieder gefilmt. Und ihm nicht gesagt, worauf ich achte.

Zu Beginn der Behandlung habe ich die Sprunggelenke li. mobilisiert,  habe aber gleichzeitig der Gesamtstatik und das/die Schultergelenke behandelt. Näheres kann ich bei Interesse noch schildern. Er wurde bis August behandelt. Und mit Eigenübungsprogramm entlassen. Ich habe ihn gestern erneut gesehen, da er nun nach 2 Stunden Vollbelastung beim Sport (Badminton, Beachvolleyball) im ACG Bereich rechts Schmerzen hat. Ich habe ihn auch erneut gefilmt und werde auch diesen Film noch hochladen zum Vergleich.

 

Warum ist der Begriff „Lumbosakrale Verankerung“ in absoluter Konsequenz falsch ?

Die sogenannte lumbosakrale Verankerung ist einer der Begriffe, der seit Jahrzehnten in der Physiotherapie verwendet wird und nach meinem Dafürhalten zu undifferenziert gebraucht wird.

Normalerweise versteht man darunter, die muskuläre Verspannung der Lendenwirbelsäule (mit dem Sakrum) in dem Sinne, dass sie ihre Mittelstellung zwischen Lordose und Kyphose = Nullstellung bei allen Bewegungen des Körpers – speziell der Vorneigebewegung (Bücken) beibehält.

Im Folgenden werde ich zeigen, dass diese Idee in der Weise zu absolut ist und dass bereits die Verwendung des  Begriffes  aus zwei Gründen falsch ist. Weder gibt es eine reine lumbosakrale Verankerung, noch sollte diese WS Form als Verankerung bezeichnet werden, da der Begriff „Verankerung“ zu eng gefasst wird.

Zum Begriff „Verankerung“

Der Begriff Anker ist “ … die germanische Bezeichnung des Gerätes zum Festlegen von Schiffen“ (Duden). Wenn man von Anker spricht, meint man hauptsächlich den Schiffsanker, obwohl man auch bei Räderuhren von „Ankern“ spricht, wohl aufgrund der Form eines klassischen Ankers.

 

Bei der Verankerung eines Schiffes wird der Schiffskörper mit dem Anker, welcher mit einem Seil oder mit einer Kette mit dem Schiff verbunden ist, meistens auf dem Boden des jeweiligen Gewässers festgelegt. Wie man auf den nächsten Bild sehen kann, ist es dabei besonders wichtig, dass  das Seil oder die Kette Spiel hat, damit sich das Schiff bei verändertem Wellengang optimal ausrichten kann.

ankern

Das Seil hängt im Normalfall also immer etwas durch, damit dieses Feintuning möglich ist. Im Englischen bedeutet durchhängen – slack.. Diesen Begriff kennt man auch in der manuellen Therapie nach Kaltenborn, welcher die Aufnahme der ligamentären  Spannung einer Gelenkkapsel mit dem „Aufnehmen des Slack – Slack taken up“ bezeichnet, mit dem Aufspannen der zugfesten Struktur.

 Kaltenborn - Slack

Anatomie des lumbosakralen Bereiches

Für unseren  lumbosakralen Bereich können wir eine Analogie herstellen. Gemäss dem Begriff „lumbo-sakral“, in welchem die LWS = lumbal und das Sacrum angesprochen werden, entspricht

  • das Sacrum der Struktur, an welcher verankert wird
  • die lumbalen Wirbel dem Schiff und
  • alle verbindenden Stukturen dem Anker und dem Seil

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Angewandte „Wissenschaft“ ?

Nachdem letzten Modul habe ich mich mit verschiedenen physiotherapeutsichen Methoden der Skoliosebehandlung auseinandergesetzt und mir in den diversen Büchern die vorgeschlagenden Übungen angeschaut. Im Buch „Dreidimensionale Skoliosebehandlung“ von Lehnert-Schroth bin ich auf folgende Abbildung gestossen. Es hat mich fast vom Hocker gehauen.

 Schroth 1

In Kapitel VIII wird auf die „Problematik der Skoliosebehandlung“  eingegangen. Das Kapitel wird sinnigerweise mit einem Zitat von Alexander von Willers eingeleitet.

„Überhaupt sollte man den Wert des Irrtums nicht unterschätzen. Irrtum der zu Prüfungen führt, ist heilsam“

Man kann dann lesen, dass „… Jede Beugung des Brustkorbes – nach vorwärts, seitwärts oder rückwärts – zu vermeiden sei, weil sie die vorhandene Fehlform verstärkt“. Die obige Übung sei unzweckmässig, weil „… die Last der Beine und des Beckens auf dem Rippenbuckel ruht und diesen verstärkt.“

 

Tja, das wäre nun der komplette Gegensatz zu den Aussagen des Unterrichtes, in welchem wir hörten, dass diese Übung notwendig sei, um die Streckstellung der BWS auszugleichen.

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Die Torsion der Skoliotischen Wirbelsäule

Diese Stahlstiche stammen aus dem Buch „Die Torsion der Skoliotischen Wirbelsäule – eine anatomische Studie“ von Dr. C. Nicoladoni, welche 1882 publiziert wurde.

Sie zeigen sehr schön die von Andreas angesprochene morphologische Veränderung der ossären Struktur der Wirbel. Man kann sehen, dass die Torsion – die Verwringung – alle Anteile des Wirbels erfasst. So können die unterschiedlich geformten Facettengelenke genauso erkannt werden, wie die Bogenwurzeln, die Quer- und die Dornfortsätze. Die Torsion erfasst  den ganzen Wirbelkörper und beeinflusst sogar die Architektur der Bandscheibe.

Ich finde, dass man diese Bilder auf sich wirken lassen muss, damit man ihre volle funktionelle Bedeutung erahnen und verstehen kann.

Skoliose Wirbel

Umgangsprachlich und leider auch in der Physiotherapie wird er Begrff Torsion oft mit Rotation gleichgesetzt. Wie ich bereits im Kommentar des Beitrages „Angewandte Wissenschaft“ ausgeführt habe, ist aber die Torsion die Flolge rotatorisch wirkender Kräfte, also die Folge einer Bewegungswirkung und nicht die Bewegung selbst.  Auch hier wieder empfiehlt es sich, die Begriffe in ihrer korrekten Bedeutung zu verwenden.  Deswegen an dieser Stelle eine hilfreiche Definition aus Wikipedia:

 

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Zur Notwendigkeit der Bildgebung bei der Beurteilung der Wirbelsäulenhaltung – zwei Fälle

Bei der Besprechung der Skoliose erwähnte Andreas den Aspekt der morphologischen Veränderung der Facettengelenke als limitierenden Faktor für gewisse Korrekturbewegungen.

In diesem Zusammenhang erwähnte ich die Bedeutung der knöchernen Morphe (griech. für Gestalt/Form) für die sagittale Wirbelsäulenform als analoges Problem zum Beispiel bei der Haltungskorrektur. Aufgrund der sich daraus entwickelnten Diskussion habe ich die Beispiele Kyphose und Lordose angesprochen und davon gesprochen, dass man für eine kausale Therapie in gewissen Fällen auf den Informationsgehalt von Röntgenbildern angewiesen ist.

Ich habe in diesem Zusammenhang das Beispiel eines horizontal stehenden Sacrums gesprochen, deren Basis eine Neigung von fast 90° aufweist. Wie immer in solche Fällen sind solche Diskussionen mehrheitlich sinnlos, da der Zuhörer auf eine verbale Schilderung angewiesen ist und sich überhaupt keine Vorstellung der konkreten Situation machen kann. Deswegen gilt auch hier, dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte.

Das folgende Bild zeigt einen solchen Fall. Die Sacrumbasis ist ca. 80° geneigt und die LWS Lordose ist konsequtiv im Sinne einer Hyperlordose angepasst.

 

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Wenn man äussere WS Form mit der Form der WS auf dem Röntgenbild vergleicht, würde man kaum vermuten, dass die Sacrumbasis so steil steht. Und das ist das Problem der reinen Beobachtung. Wir Therapeuten können die Wirbelsäulenform immer nur von aussen betrachten und beurteilen. Die Bennung der Form erfolgt dann beispielsweise ausschliesslich anhand von visuellen Beobachtungsmerkmalen.

Kennt man die genaue WS Bedingungen nicht, würde man vermutlich die falschen therapeutischen Schlussfolgerungen ziehen und man wäre in der gleichen Situation wie bei der Struktur der Beinachsen, die bsw. einen erhöhten AT Winkel aufweisen können: diese morphologischen Merkmale sind unveränderliche Grössen. Das ist der entscheidene Punkt.

Der oben abgebildete Fall entspricht der Situation, welche man als Sacrum acutum bezeichnet. Dieser Begriff wurde 1929 von Dr. R. Scherb – Balgrist Zürich – erstmals beschrieben. Beim Lesen dieses Artikels kann einem wieder einmal klar werden,

  • wie differenziert man die komplexen Probleme angehen kann und muss,
  • wie wichtig die genaue Kenntnis der Pathologie ist  und
  • wie im Vergleich dazu heute oftmals alles zu simplifiziert wiedergegeben wird – Stichwort Power Point Folien!

 

 PDF

Scherb: Spondylolisthesis, Sacrum acutum, Sacrum arcuatum, Regio lumbsacralis fixa als häufige Ursache von Kreuzschmerzen.

ZS f orthopädische Chirurgie einschliesslich der Heilgymnastik und Massage, Stuttgart Enke; Bd50 –  1929

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Was heisst wissenschaftlich? – Cognitive-Evidence-Based-Medicine – ein unbekannter Erkenntnisweg

Im Kontext der vielen Diskussionen des letzten Moduls, wurde auch kurz über die Wissenschaftlichkeit von Therapeutischen Interventionen gesprochen und von Julia der Satz formuliert, dass die gewisse Therapieergebnisse nicht wissenschatlich seien oder dass es noch keine wissenschaftlich Erklärung gäbe.

Ich hatte daraufhin erwidert, dass die abstrakte Wissenschaft  für viele unsere täglichen Handlungen und Behandlungen gar nicht wichtig sei, da wir immer im Einzelfall handeln und oftmals an diesem eine erfolgreiche therapeutische Intervention durchführen, welche sich durch eine eindeutige Vorher-Nachher Verbesserung zeigt.

Als Beispiel kennen wir mechanische Gelenkstörungen, die manchmal durch eine einzige gezielte manuelle Behandlung normalisert werden können, womit der relevante Störfaktor, der das pathologische Bewegungsmuster bedingt hatte, weggefallen ist. So erlebe ich es immer wieder bei SIG bedingten Veränderungen des Gangbewegungsmusters. Die Leute kommen hinkend zu mir in die Praxis und verlassen diese wieder normal gehend. Den gleichen Effekt kann man bei „dezentrierten“ Schultergelenken erreichen, wenn es sich nur um transitorische funktionelle Phänomene handelt und nicht um strukturelle, wie beispielsweise bei einer RM Ruptur.

Nun muss man wissen, dass der Begriff der wissenschaftlichen Arbeitweise und der damit verbundenen Methoden historisch bedingt ist. Was  wir heute als „State of the Art“ wahrnehmen und als Paradigma der Wissenschaftlichkeit schlechthin etabliert wurde, ist über die Jahrhunderte entstanden. Es handelt sich dabei aber auch nur eine mögliche Sichtweise, die nicht sakrosankt zu gelten hat. Viele sogenannte wissenschaftliche Entdeckungen wurden nicht nach diesen Kriterien gewonnen, sondern wurden oftmals auf einem irrationalen und damit „unwissenschafltichen“ Wege erkannt. Röntgen hat seine X-Rays zufällig entdeckt, Fleeming die Wirkung des Penicillins ebenfalls und Kekulé hat die Struktur des Benzolringes aus der Symbolik eines eigenen Traumes abgeleitet.

All diesen Forschern ist gemeinsam, dass sie tagtäglich bei der Sache waren und von ihrer Arbeit völlig durchdrungen waren. Sie waren alle keine Technokraten, die irgendwo fern ab jeglicher Wirklichkeit am Computer sitzend irgendwelche anonymen Studien durchführten.

Im folgenden Artikel wird nun eine Arbeitsweise vorgestellt, die aufzeigt, dass es auch anderer Wege als die Gängigen gibt. Sie sind weitgehend unbekannt, obwohl auch viel dazu publiziert wurde. Das wichtige Stichwort dabei ist, das singuläre Kausalerkennen – das  Erkennen kausaler Zusammenhänge am Einzelfall.  Ich persönlich bin der Meinung, dass genau dieser Weg unserem physiotherapeutischen Weg entspricht.

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Ballübung „Die Waage“ – Die Wirbelsäule als „Stange“ Reloaded

In einem Rundmail von heute hat Euch Kerstin an diskussionswürdige Themen unserers Blogs erinnert und Euch  gebeten , an der von angeregten  Diskussion zu Ballübung „Die Waage“, teilzunehmen.

Zu Recht ist sie der Meinung, dass man über solche provokanten Themen sprechen muss, weil sie gewisse Prämissen der Funktionellen Bewegungslehre in Frage stellen. In der Diskussion meinte André, dass auch in der FBL „Phrasen gedroschen werden“ und meinte damit wohl, dass (zu) viele Dinge ungeprüft übernommen werden. Zum Beispiel der Begriff „ökonomisch“.

Wie ich geschrieben habe, bin ich der Meinung, dass „Die Waage“ eine unfunktionelle Übung ist, da eine Rückneigung mit annähernd in Nullstellung stabilisierter WS keine praktische Bedeutung hat (siehe Beitrag) und auch nicht ökonomisch ist.

Gemäss SKV und ihren Schülern würde bei dieser Rückneigung “ … die dorsale/ventrale Muskulatur ökonomisch eingesetzt werden, weil sich die räumliche Lage des Hebels verändert“.

Dazu ist zu sagen, dass eine isometrische Aktivierung der Muskulatur an einem langen Hebel wohl kaum ökonomisch ist. Eine isometrische Beanspruchung der Muskulatur ist für den Muskelstoffwechsel ungünstig, da die Zirkulation eher gedrosselt wird = keine Muskelpumpe. Wird der Oberköper nach hinten geneigt, muss dieser künstlich lang gehalten werden, womit der Lastarmhebel eben lang wird und zu einer grösseren Beanspruchung der ventralen Muskulatur führt. Wird dabei die WS annähernd in der Nullstellung gehalten, ist der wirksame Muskelkrafthebel auf die WS kürzer, als wenn die WS flektiert wird, womit auf der Aufwandseite eine Mehrbeanspruchung resuliert. Lastarm lang – Kraftarm kurz = grosse Beanspruchung (Hebelgesetz). Dies wäre im urspünglichen Sinne der Definition – unökonomisch.

Und zu guter Letzt, da kein Mensch bei einer Rückneigung des Oberkörpers seine WS „gerade hält, sondern auf Gründen, die ich in meiner HA beschrieben habe, diese beugt, kann die Bewegung auch nicht ökonomisch sein, da Menschen spontan Bewegungen machen, die nicht anstrengend sind.

Sollte sich nun doch noch jemand der Master Truppe äussern wollen, würden wir uns freuen. Alles andere wäre einmal mehr nttäuschend. und prinzipiell mit der Idee eines akademischen Studienganges unvereinbar.

 

Markus

7. Oktober 2014

 

 

 

 

The Neurodynamic Techniques – Mobilisation des Nervensystems

Im letzten Modul wurde das Thema der Nervenmobilisation angesprochen. Andreas erklärte, dass er sein Quadrantenprinzip in Kenntnis der Arbeiten von David Butler erarbeitete, dass es aber wesentliche Unterschiede gäbe.

Für alle die diese Arbeiten von Butler nicht kennen, habe ich die wichtigsten Techniken für die Nerven der obereren Extremität auf den Blog hochgeladen. Damit kann man sich bereits jetzt mit diesem Thema auseinandersetzen und später, wenn Andreas sein Prinzip vorstellt, vergleichen.

Butler hat seine Arbeit bereits anfangs der 90-er Jahre entwickelt und in Buchform vorgestellt. Die englische Orginalausgabe wurde bei Springer auch ins Deutsche übersetzt und ist noch heute in der gleichen Ausgabe erhältlich.

Diese Test und Techniken sind sehr wichtig auch im Zusammenhang mit dem TOS oder CTS. Der Elvey Test, welche uns im letzten Modul von Fr. Dr. Jeanneret vorgestellt wurde, entspricht dem ULNT 1, dem Medianus Test.

 Nervous system 1

 Nervous system 2

 

Introduction mit David Butler

 

N. Medianus

 

N. radialis

N. Ulnaris

 

Weiterführende Informationen findet Ihr über den untenstehenden Link des NOI – Neuro Orthopaedic Institute in Australien

NOI